In einem spannenden Krimi verlieren die Köln 99ers gegen die Roller Bulls Ostbelgien mit 51:47. Wiederholt kommen die 99ers in der Offensive nicht in Schwung.
Zugegeben: Die Chance vor dem Kellerduell auf das Erreichen des vorletzten Tabellenplatzes waren sehr gering. Doch kampflos wollten sich die 99ers ihrem Schicksal nicht ergeben. Ohne den grippeerkrankten Gabriel Kasapoglu, für den Routinier Lars Bergenthal kurzfristig einsprang, versuchten die Rollstuhlbasketballer aus der Domstadt, den Gegner aus St. Vith zu bezwingen. Mit einem Sieg hätte man in der Tabelle zu den Belgien Tuchfühlung halten können. Doch leider wurde es in der Halle am Bergischen Ring nichts aus dem ersten Sieg. Zum Wiederholten Male riefen die 99ers gegen einen direkten Mitkonkurrenten ihr Potential nicht ab und verloren in einem Krimi knapp mit 51:47.
Head Coach Foden war bedient: „Wir haben heute keine Energie und Entschlossenheit gezeigt, schlechte Entscheidungen getroffen und einfachste Würfe nicht verwandelt. Wenn Du dann noch so schlecht von der Freiwurflinie wirfst, wird es schwer ein Spiel in der RBBL zu gewinnen. Die erste Halbzeit war unterirdisch von uns. Wir haben unseren Rhythmus während des ganzen Spiels nicht gefunden.“
Foden schickte mit Kapitän Even, Brown, Hansson, Jachmich und Svensson seine Starting Five aufs Feld. Die Nervosität war beiden Teams anzumerken. Trotz aussichtsreicher Positionen fiel in den ersten drei Minuten kein einziger Korb. Die Roller Bulls brachen den Bann und nach dem Korbleger von Even konnten auch die 99ers ihre ersten Punkte verbuchen. Mit der ersten Führung zum 6:4 bekamen die 99ers Oberwasser und fuhren durch einen beeindruckenden Zwischensprint einen 12:4-Vorsprung heraus, den die Roller Bulls jedoch mit 6 Punkten konterten.
Im zweiten Viertel kassierte das Team von Mat Foden schnell den Ausgleich zum 12:12. Eigene Punkte? Wie zu Beginn des ersten Viertels: Fehlanzeige. Auch zwei Freiwürfe von Marten Lilja fanden nicht den Weg durch die Reuse. Erst nach 6 Minuten traf Even von der Linie zum 14:14. Wenigstens stimmte die Verteidigungsarbeit in dieser Phase und die Kölner konnten das Spiel weiterhin offen gestalten. Doch der Angriffsmotor wollte bei den 99ers nicht anspringen. Die Roller Bulls kamen hingegen zum Ende des Abschnitts besser in die Gänge und erspielten sich bis zur Halbzeit einen 7-Punkte-Vorprung (25:17). Gar nicht hilfreich war das das frühe vierte Foul von Youngster Paul Jachmich, der fortan auf die Bank musste. Bemerkenswert: Im zweiten Viertel trafen die 99ers keinen einzigen Punkt aus dem Feld. Die sechs Zähler erzielte Gijs Even ausschließlich von der Freiwurflinie.
Mit deutlich mehr Schwung kamen die Kölner aus der Kabine. Nach 14 Minuten ohne Treffer aus dem Feld, erlöste Jontee Brown die 99ers mit einem Mitteldistanzwurf. Die Schwedin Hillevi Hansson ließ weitere Punkte folgen und als Gijs Even einen Fastbreak mit Bonusfreiwurf zum 26:29 abschloss, war das Spiel wieder offen. Doch nicht nur die 99ers hatten mit Foulproblemen zu kämpfen. Im breiten Kader der Belgier kassierte Leistungsträger Boterberg sein viertes Foul. Die Tatsache, dass Boterberg auf der Bank Platz nahm, half den 99ers in dieser Phase. Paul Jachmich glich kurz vor Schluss des Viertels zum 37:37 aus. Spannung pur!
Im Schlussviertel war die Spannung deutlich zu spüren. Die Roller Bulls zwangen die 99ers durch viele Fouls an die Freiwurflinie. Ein gutes taktisches Mittel, denn die Kölner trafen sehr schlecht am heutigen Abend. Lediglich 11 von 28 Freiwürfen fanden im gesamten Spiel ihr Ziel. Die katastrophale Quote von 39% spricht Bände. So langsam ging es in die Crunch Time (45:47, 38. Minute). Jontee Brown glich zum 47:47 aus, doch die Belgier konterten umgehend. Die 99es ließen die Chance auf den Ausgleich liegen. Jachmich kassierte sein 5. Foul und musste vom Feld. Die Belgier scorten zum 51:47 und entschieden somit 15 Sekunden vor Ende das Spiel.
Köln 99ers: Gijs Even (19), Jontee Brown (14), Hillevi Hansson (8), Paul Jachmich (6), Marten Lilja, Harry Blyth, Olle Svensson, Lars Bergenthal, Frederic Jäntsch.
Foto: Gero Müller-Laschet