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Köln 99ers wieder in der Rollstuhlbasketball Bundesliga

Nach zwei Spielzeiten kehren die 99ers mit einer „Wildcard“ in die 1.Bundesliga zurück.

Auch die zweite Mannschaft der Domstädter nutzt die angebotene Option mit einer Wildcard aus der Regionalliga in die RBBL2 zu ziehen. Die bisherigen 3 Teams in den unteren Ligen werden zu zwei personell gut aufgestellten Mannschaften zusammengelegt.

Als die Domstädter am Ende der Saison 2018/2019 den Gang in die RBBL2 antreten mussten, waren natürlich alle damaligen Akteure und das komplette Umfeld sehr niedergeschlagen. Allerdings währte dieser Zustand nicht lange und man ging mit neuem Elan die Herausforderung an.
Mit einem Neustart wurde der vermeintliche Rückschlag genutzt, um mit klaren Zielen und einem Fahrplan den Wiederaufstieg anzupeilen. Nach einer Konsolidierung wollte man zurück in die RBBL 1. Die Mannschaft zog mit und man startete entsprechend zielorientiert in die Saison. Bis zur Weihnachtspause lief alles planmäßig und die gesteckten Ziele schienen realistisch gewählt. Kurz nach Wiederaufnahme der Saison bekamen die 99ers die Chance, in der Euroleague an den Start zu gehen. Als völliger Außenseiter zahlte man im Teilnehmerfeld zahlreicher europäischer Topclubs viel Lehrgeld. Doch diese Erfahrung sollte den Domstädtern einen mächtigen Entwicklungsschub verpassen. Zurück in der Liga drehten die 99ers so richtig auf und konnten die Intensität aus dem internationalen Wettbewerb in die 2.Bundesliga übertragen. Mit tollen und überzeugenden Leistungen wurden alle Gegner geschlagen. Am letzten Heimspieltag gelang sogar der überraschende Sieg gegen den damaligen Tabellenführer BBC Münsterland. Mit diesem Sieg katapultierten sich die Kölner in die Lage, um beim Saisonfinale bei den Hot Rolling Bears, damals Zweitplatzierter, den zweiten PlayOff Platz zu ergattern. Das Unmögliche geschah und die 99ers feierten mit knapp 50 mitgereisten Fans einen weiteren Sieg und sicherten sich den PlayOff Platz.
Nun sollte es Ende März in die PlayOffs gegen die 2.Liga-Süd gehen. Doch es kam alles anders. Der Erstplatzierte RSV Salzburg verzichtete auf die PlayOff Teilnahme und somit hatten die 99ers einen Aufstiegsplatz in die 1.Rollstuhlbasketball-Bundesliga inne. Nach reiflicher Überlegung und dem vor der Saison aufgestellten Fahrplan, verzichteten die Kölner ebenfalls auf diesen direkten Wiederaufstieg. Einer der wichtigsten Gründe für diese Entscheidung war, den Kölner Youngsters aber auch dem gesamten Team noch eine Saison zur Entwicklung zu gönnen, bevor man das Abenteuer der ersten Liga angeht.

Zu der Zeit warf die Coronapandemie bereits ihre ersten Schatten voraus, allerdings hätte sich wohl keiner träumen lassen, was auf uns alle zukommen sollte. Zuversichtlich mit der starken Leistung der Mannschaft aus der abgeschlossenen Saison, wollte man nun in der Spielzeit 2020/2021 den Aufstieg angehen. Mit weiteren Verstärkungen im Team ging es in die Saisonvorbereitung. Alles schien planmäßig zu laufen und das für Mitte Oktober angedachte internationale Kölner KICK OFF Turnier stand als letzte Vorbereitung auf der Agenda. Leider wurde Köln zu der Zeit mit einer Inzidenz über 50 pro Hunderttausend Einwohnern zum Risikogebiet erklärt. Die Folge war, dass die gemeldeten Gastmannschaften ihre Teilnahme kurzfristig absagten. Nun war auch der für Ende Oktober angedachte Saisonstart in Gefahr. Zwei Tage vor dem Spieltag sagten dann die Gäste aus Rahden den Saisonstart und im späteren Verlauf sogar die komplette Saisonteilnahme ab. Angesichts der damaligen Inzidenzlage setzten sich die Teams der RBBL2 und der Verband an den virtuellen Tisch und entschieden gemeinsam, den Saisonstart zu verschieben. Die Hoffnung war, dass sich in ein paar Wochen die Lage wieder beruhigen könnte und ein Spielbetrieb in der 2.Bundesliga verantwortbarer erschien. Doch auch dieser Termin wurde verschoben und schließlich musste man die komplette Saison absagen, weil die alternativen Spieltermine ausgingen. Für alle Akteure war diese Absage eine ziemliche Katastrophe. Ein ganzes Jahr ging für die Spieler verloren.
Die 99ers hatten bereits im Oktober die Option einer Wildcard ins Gespräch gebracht, wohl auch mit der Vorahnung, dass der Saisonverlauf sich ungewöhnlich entwickeln könnte. „Diese Option war sicher nicht unsere favorisierte Lösung aber wir konnten auch nicht riskieren, eine weitere Saison zu verlieren, weder aus sportlicher noch aus wirtschaftlicher Sicht.“, so Teammanager Sedat Özbicerler.

Wir freuen uns jetzt, dass wir in der 1.Bundesliga den Trainings- und Spielbetrieb für unser Team gewährleisten aber auch unseren Partnern und Unterstützern für ihr Engagement etwas zurückgeben können. Die Herausforderung für unsere Mannschaft ist natürlich riesig. Der Rückstand in Trainings- und Spielpraxis ist enorm. Allerdings ist die Motivation im gesamten Team und Verein mindestens genauso groß und wir werden alles dafür tun, den Klassenerhalt in der RBBL 1 zu schaffen.

Für unsere 2.Mannschaft war es eine ebenso reifliche Abwägung, nach so einer langen Zeit ohne Training und Spielpraxis den Schritt in die Zweite Liga zu gehen. Doch die Vorteile überwogen am Ende und wir freuen uns, auch hier einen leistungsstarken Kader aus einer guten Mischung unserer jungen Talente aus unseren eigenen Reihen und einigen erfahrenen Spielern ins Rennen zu schicken. Hier wollen wir gerade unseren Perspektivspielerinnen und Spielern eine adäquate Spielmöglichkeit bieten, um ihre Entwicklung besser zu unterstützen und zu fördern. Zu diesen Überlegungen kommt der Umstand hinzu, dass die Ligen unterhalb der 2.Bundesliga nach jetziger Planung, voraussichtlich erst im Januar 2022 starten werden.

In Gesprächen mit unseren breitensportorientierten Teams in der Landes- Ober- und Regionalliga wurde klar, dass wir uns hier neu aufstellen und ebenfalls die Auswirkung der Coronapandemie erstmal auffangen müssen. Die lange Zeit ohne Trainingsmöglichkeit hat bei einigen unserer Mitgliederinnen und Mitgliedern zu neuen Betätigungsfeldern geführt. Dadurch hatten wir zum Meldetermin einfach nicht ausreichende verbindliche Zusagen, um wie bisher mit 3 Teams in allen Ligen vertreten zu sein. Auch auf der Trainerposition haben wir vorsorglich möglicher Änderungen reagieren müssen. Mit der Zusammenlegung unserer 3. & 4. Mannschaft stabilisieren wir den Kader und können verlässlicher in der Regionalliga planen. Unsere Einstiegsmannschaft in der Landesliga bleibt erhalten und wird somit unsere 4. Mannschaft.

Mit dieser Angebotsvielfalt sind wir weiterhin bestens aufgestellt, um jeder und jedem Rollstuhlbasketballinteressierten ein Angebot zu unterbreiten.

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