Die Köln 99ers holen sich die nächsten wichtigen Punkte gegen Hannover United und gewinnen einen Basketball-Krimi in der Overtime mit 71:70 (63:63).
Das war nichts für schwache Nerven: Beide Teams lieferten sich ein tolles Match und sorgten bei ihren Fans an den LiveStream-Bildschirmen für Herzrasen.
Es dauert zwei Minuten bis die Gäste zunächst erstmals in Führung gingen. Kurz darauf war dann auch auf Kölner Seite endlich der Knoten geplatzt und Paul Jachmich konnte für die 99ers einnetzen. In der Folge reihten sich auch Hillevi Hansson, Thomas Reier und auch Joe Bestwick in der Scorerliste ein. Beim Stand von 12:6 kam der Kölner Motor etwas ins Stocken und die Gäste fanden nun eine bessere Wurfauswahl. Binnen einer Minute drehte Hannover das Spiel zu ihren Gunsten zum 12:13, doch Köln konnte bis zur Viertelpause die Führung wieder zurückerobern. Beim Stand von 18:14 ging es in die nächsten zehn Minuten. Auch hier legte United zunächst nach und verkürzte zum 18:16 und erneut waren es Thomas Reier und Joe Bestwick die sich wechselseitig in Szene setzen und die Kölner Führung zum 26:18 ausbauten. Dabei zeigte gerade auch Ida Rubbmark die ihr erstes Heimspiel am Bergischen Ring spielte eine sehr starke Leistung. Ab der 14. Spielminute war das Spiel dann aber von zahlreichen Unterbrechungen geprägt und es gab 2 zu 10 Freiwürfe zugunsten von Hannover. So konnten die Gäste quasi von der Freiwurflinie erneut die Spielwende herbeiführen, da Köln lediglich über Bulut Kodal zwei Souverän verwandelte Freiwürfe erzielte und kein Angriff erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Als Resultat der etwas unkonzentrierten Phase baute United ihre Führung erstmals auf fünf Punkte zum 28:33 aus.
So ging es dann auch in die Halbzeitpause und Headcoach Mathew Foden fand wohl die richtigen Worte an sein Team. Köln kam deutlich entschlossener aus der Kabine und kämpfte sich wieder ins Spiel. Hillevi Hansson und Bulut Kodal brachten ihre Farben wieder zum 34:35 und 36:37 ins Reichweite ehe Joe Bestwick den Ausgleich zum 37:37 an der Freiwurflinie einnetzte. Bis zur nächsten Viertelpause hatten die Hausherren ihre Verteidigung wieder deutlich besser stehen und fanden auch vorne wieder die richtigen Spots zum Abschluss. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch bei der die Führung regelmäßig wechselte. Allerdings konnten die 99ers konstanter scoren und gingen mit einer knappen 49:47 Führung ins letzte Viertel.
Jetzt ging es richtig heiß her und die Führung wechselte ganze 7 Mal ehe die Gäste ihrerseits bis drei Minuten vor Spielende einen Lauf zum 55:60 hinlegten und schon auf der Siegestrasse schienen. Dock Köln läutete über einen erfolgreichen Korbleger von Umut Akbay zum Gegenangriff und Bulut Kodal konnte insbesondere mit seiner Größe weitere zwei wichtige Körbe beisteuern um den Anschluss zum 61:62 herzustellen. Nun wurde es richtig hektisch und kein Team konnte mehr aus dem Feld scoren. Zunächst konnte Hannover über Jan Haller von der Freiwurflinie zum 61:63 erhöhen ehe im Gegenangriff auch Joe Bestwick an die Linie geschickt wurde. Hier bewies der Neukölner wenige Sekunden vor dem vermeintlichen Spielende unglaublich starke Nerven und verwandelte beide Würfe zum 63:63 Ausgleich. Bei 15 Sekundenrestspielzeit bekam Hannover zwar noch einen Angriff und Wurf aber Köln konnte diesen durch eine starke Verteidigung soviel Druck machen, sodass dieser nicht sein Ziel fand.
Die erste Overtime der Saison stand an und Köln legte erneut zum 65:63 vor ehe die Füchse ihrerseits von der Freiwurflinie ausglichen. Nun netzte Kölns Youngster Thomas Reier zwei Würfe ein und auf der Gästeseite fand auch Jan Sadler in dieser entscheidenden Phase wieder seinen Wurf. Mit einer Minute Spielzeit beim Stand von 69:69 kämpften beide Teams auf Augenhöhe und mit hoher Intensität. Jan Gans zeigte Nerven an der Freiwurflinie und konnte nur einen von seinen zwei Würfen zum 69:70 verwandeln. Kölns späterer Topscorer Joe Bestwick, der nebenbei ein Triple-Double (26 Punkte, 18 Rebounds und 11 Assists) hinlegte, nutze den nächsten gut ausgespielten Spielzug und scorte zum 71:70. Bei knapp 30 Sekunden Restspielzeit der Verlängerung und Ballbesitzt für Hannover war nochmal höchste Konzentration bei den Hausherren gefragt. Hannover bekam nun insgesamt zwei Angriffsoptionen, weil Köln entsprechend zwei unglückliche Ballverluste hinnehmen musste. Doch alle behielten die Nerven und kämpften sich durch diese mental Herausfordernde Situation und konnte sich am Ende über zwei wichtige und am Ende verdiente Punkte freuen.
Wir bedanken uns für den Support unserer Fans von den Bildschirmen!
Nun geht es am nächsten Wochenende zur BG Baskets Hamburg.
RBC Köln 99ers: Hillevi Hansson (6), Joe Bestwick (26 Punkte), Umut Akbay (2), Ida Rubbmark, Ryan Wright, Paul Jachmich (8), Bulut Kodak (15), Thomas Reier (14), Timo Bergenthal, (Lisa Bergenthal und Alex Keiser Coronabedingt ausgefallen)
Hannover United: Oliver Jantz (2), Christoph Lübrecht, Tobias Hell, Amit Vigoda (18), Jan Haller (15), Jan Sadler (11), Alexander Budde (2), Jan Gans (22 Punkte), Vanessa Erskine