Nach der sehr deutlichen Niederlage in Zwickau wollte sich Kölns Zweite zu Hause besser verkaufen.
Bis auf Max Winter, der verletzungsbedingt ausfiel, konnte Lars Bergenthal dazu auf alle Spieler zurückgreifen.
Und Köln spielte von Beginn an konzentriert: Mit einer guten Verteidigung zwangen sie die Gäste immer wieder zu Distanzwürfen, die aber zu selten ihr Ziel trafen. Im Gegenzug agierte Köln in der Offensive clever und ruhig. Köln nutzte die etwas zu unkonzentriert wirkenden Zwickauer Verteidigung immer wieder aus, um aus guten Positionen hochprozentig zu punkten. So gelangen Zwickau im ersten Viertel „nur“ 11 Punkte, Köln hingegen 17.
Nur zur Erinnerung: Im Hinspiel lag Zwickau zu diesem Zeitpunkt bereits mit 20 Punkten in Front. Nun lagen sie mit 6 Punkten hinten dran.
Auch zu Beginn des zweiten Viertels änderte sich die Situation kaum: Zwickau versuchte mit unterschiedlichen Aufstellung in einen besseren Rhythmus zu kommen, während Köln konstant seine Stärken auszuspielen versuchte. Letztgenanntes glückte jedoch zunehmend weniger: Zwickau fand zu Mitte des Viertels besser ins Spiel und konnte eins ums andere Mal einfache Körbe erzielen. Köln hingegen blieb in der Offensive immer wieder ohne den notwendigen Korberfolg. Im Ergebnis musste Köln schon zur Halbzeit den Ausgleich zum 31:31 hinnehmen. Lars Bergenthal war dennoch zufrieden und blieb optimistisch für die zweite Halbzeit. Waren doch längst noch nicht alle Spieler zum Einsatz gekommen und Zwickau weniger souverän und druckvoll, wie noch im Hinspiel.
Das dritte Viertel startete jedoch ganz anders als gewünscht: Bei Köln fehlten plötzlich 10% der in der 1. Halbzeit gezeigten Energie und Konzentration und Zwickau hat genau die 10% mehr drauf gelegt. Dies führte zu vielen zu überhasteten Aktionen in der Kölner Offensive und daraus resultierenden Fehlwürfen, aus denen Zwickau ihrerseits dann einfach Körbe machen konnte. Gleichzeitig traf Zwickau nun auch ihre Distanzwürfe, so das Köln aggressiver auf die Schützen gehen musste und damit unterm Korb zu viele Freiräume zuließ. Lars Bergenthal reagierte mit einer schnellen Auszeit, der eine zweite kurz danach folgen musste. Auch verschiedene Wechsel brachten keine Ruhe oder höhere Konzentration in die Mannschaft. Es war der Wurm drin. Köln konnte in diesem Viertel nur ganze vier Punkte erzielen und ließ Zwickau mit 21 Punkten davon ziehen. Das Viertel ging mit 35:52 deutlich zu Gunsten der Gäste.
Auch im vierten Viertel änderte sich das Bild wenig. Zwickau konnte nach Belieben aufspielen und für Köln brachte sich selbst um sicher gedachte Anspielstationen / Korbchancen. Mit 10:21 ging auch das letzte Viertel deutlich und letztlich verdient an Zwickau. Damit hat sich Köln die Revanche selbst genommen und verliert das Rückspiel mit 45:73.
„Ein verrücktes Spiel, welches wir letztlich im Kopf verloren haben. Wir haben die Unkonzentriertheit von Zwickau im ersten Viertel sehr gut ausgenutzt und uns auch im zweiten Viertel gut verkauft. Aber nach der ersten Halbzeit waren wir zu selbstsicher und sind nicht mehr mit der gleichen Energie und Konzentration in die zweite Halbzeit gegangen. Das hat Zwickau direkt bestraft. Wir müssen lernen, viel schneller aus so einem Konzentationsloch raus zu kommen und uns gegenseitig pushen. Das wir gut spielen können haben wir ja phasenweise sehr gut bewiesen.“ so das Fazit von Michalis Stergiopoulos.
Nun heißt es volle Konzentration auf den nächsten Spieltag am kommenden Samstag: Dort steht das Rückrundenspiel gegen Paderborn in eigener Halle an. Da soll dann der zweite „zahlbare“ Sieg der Saison her.
Michalis Stergiopoulos (10); Paul Jachmich (10); Marina Mohnen (7); Lisa Bergenthal (6); Benjamin Lenatz (6), Marcel Gerber (4), Bilal Oujedid (2); Bo Bruckmann; Gabi Kasaboglu; Bruno Schneider